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Austausch La Réunion 2012

Wie jedes Jahr am WG gab es auch 2012 einen Schüleraustausch der 10. Klasse auf die Insel La Réunion im Indischen Ozean. Am Montag den 15.10. ging es los. Wir trafen uns alle aufgeregt am Flughafen Stuttgart. Die spürbare Sentimentalität kam größtenteils von Seiten der Eltern, die natürlich auch noch viele gute Ratschläge und Anweisungen zu verteilen hatten. Als es losging, wurde die Aufregung erst einmal durch die Wartezeit am Flughafen und den ersten, kurzen Flug nach Paris gedämpft. Dort angekommen, stiegen wir gleich in den Bus zum anderen Flughafen, da wir bis zum weiterführenden Flug aber noch viel Zeit hatten, machten sich die meisten ins nächste Restaurant auf. Im Flug nach La Réunion bekamen wir ein Abendessen (das aber leider nicht allen schmeckte) und da es für jeden einen eigenen Fernseher gab, kam die Unterhaltung auch nicht zu kurz. Die Sitze waren jedoch nicht die komfortabelsten, weshalb wir am nächsten Morgen alle ziemlich übernächtigt waren. Nach der (leider nochmal) längeren Wartezeit, bis alle ihre Koffer wieder hatten, trafen wir endlich unsere Austauschpartner und ihre Familien, die uns alle herzlich begrüßten.

Danach ging es erstmal nach Hause, und viele unternahmen an diesem Tag nichts mehr.

Am nächsten Tag ging es dafür sehr früh los: Schon um 6 Uhr morgens wurden wir und unsere Austauschschüler am Parkplatz des Lycée erwartet. Ein Reisebus brachte uns zuerst an eine alte Brücke, an der wir erste Eindrücke von der Landschaft sammeln konnten. Danach fuhren wir zu einer Kirche, die wie durch ein Wunder bei einem Vulkanausbruch von der Lava verschont blieb. Von dort aus wanderten wir auf einem sehr schönen Weg über ein Lavafeld und durch den Urwald bis zur Anse des Cascades. Dort holte uns der Bus wieder ab und brachte uns zur Grand-Anse, wo wir nicht nur ein warmes Mittagessen bekamen, sondern auch die auf La Réunion traditionellen Samoussas, frittierte Teigtaschen, selbst herstellen durften und den Rest des Nachmittags am Strand verbrachten.

Am nächsten Tag trafen wir Deutschen uns um 6 Uhr. Ein anderer Bus als am Vortag brachte uns an einen Parkplatz, von dem aus wir eine weitere Wanderung starteten. Diesmal mussten wir leider erfahren, dass der Regenwald nicht ohne Grund so heißt; auf dem ganzen Aufstieg schüttete es wie aus Eimern. An der Hütte angekommen, freuten wir uns auf warme Klamotten, jedoch öffnete der Hüttenwirt die Hütten nicht sofort und wir standen noch etwa eine Dreiviertelstunde nass und frierend auf der Veranda der Hütte. Schließlich wurden wir aber doch eingelassen und wir bekamen ein warmes Abendessen.

Am nächsten Morgen wanderten wir noch bis zum Gipfel, von wo aus aber leider nur Wolken uns eine kleine ferne Bergspitze zu erkennen waren. Auf dem Rückweg regnete es erneut. Am Parkplatz wurden wir von unseren Austauschpartnern und einigen Eltern erwartet, die ein leckeres Essen vorbereitet hatten. Von dort aus wurden wir dann mit dem Bus oder durch die Gasteltern nach Hause gebracht.Dann genossen unser erstes Wochenende auf La Réunion, das jeder auf seine Art verbrachte.

Am darauffolgenden Montag gingen wir mit unseren Austauschschülern in den Unterricht, wo wir auch ihre Klassenkameraden kennenlernten.

Am Dienstag hatten wir einen sehr erlebnisreichen Tag: Morgens fuhren wir als erstes zur Zuckerrohrfabrik. Dort lernten wir, was man alles aus Zuckerrohr machen kann – unter anderem auch Rum. Anschließend besuchten wir ein altes Haus, in dem früher reiche Großgrundbesitzer gelebt hatten und das zum Museum umgebaut worden war. Danach fuhren wir zu einer Vanillefarm und wurden mit der aufwendigen Verarbeitung der Schoten vertraut gemacht. Zu unsrem Glück lag das nächste Ziel direkt neben der Vanillefarm: Ein schönes großes Anwesen mit einem riesigen Garten. Der Besitzer führte uns dort herum und ließ uns unter anderem Bananen aus seinem Garten probieren. Danach kehrten wir zurück zum Lycée zurück.

Am nächsten Tag, Mittwoch, besuchten wir den Petit Marché und den Grand Marché von Saint Denis. Anschließend besuchten wir den Jardin de l'Etat, der ebenfalls in Saint Denis liegt. Nach einer Pause gingen wir nacheinander zu einer Moschee und einem chinesischen Tempel, in denen wir eine Führung erhielten und zu einem hinduistischen Tempel. Danach fuhren wir mit dem öffentlichen Bus zurück zum Lycée.

Donnerstag morgens brachte uns ein Bus zum Cimetière marin, ein Friedhof an einem wunderschönen schwarzen Strand. Danach kam der Höhepunkt des Tages: Wir besuchten eine Hotelfachschule, in der wir von Schülern herumgeführt und bekocht wurden. Dort hatten wir die Gelegenheit mit ihnen über diese besondere Art der Schule zu sprechen. Am Nachmittag fuhren wir noch zum Aquarium Kélonia, dessen Hauptattraktion vor allem in mehreren Meeresschildkröten besteht.

Freitag morgens trafen wir uns morgens um 6 Uhr, um zum Piton de la Fournaise, einem bis heute regelmäßig aktiven Vulkan zu fahren. Leider stellte sich heraus, dass es sich nicht gelohnt hatte, so früh aufzustehen, denn die Wetterlage war nicht die beste. Es regnete und es war neblig. Also drehten wir bald wieder um. Als Alternativprogramm fuhren wir an einen Strand, an dem wir den Mittag verbrachten.

Am zweiten Montag waren wir wieder mit unseren Austauschpartnern in der Schule und hatten dort die Aufgabe, von den bisher gesehenen Dingen je eine Broschüre zu erstellen. Am Nachmittag war für uns ein Workshop über Haikus, japanische Gedichte, organisiert. Da dieser Tag ziemlich anstrengend war, waren wir alle froh, als er zu Ende war. Den Dienstag verbrachten wir ebenfalls im Unterricht.

An unserem letzten ganzen Tag, Mittwoch, trafen wir uns spät und fuhren dann auf den Marché du chaudron, wo wir noch einmal die Gelegenheit hatten, Obst und Andenken zu kaufen. Dort bekamen wir auch einen Fragebogen über den Markt.

Dann kam der letzte Tag, dem einige mit Freude, andere mit Furcht entgegengesehen hatten. Wir trafen uns abends am Flughafen, wo wir genügend Zeit hatten, uns angemessen und z.T. tränenreich zu verabschieden. Der Flug nach Paris verlief ähnlich wie der Hinflug, jedoch, zu aller Freude, schien er deutlich kürzer. In Paris dann hatten wir nicht so viel Zeit wie auf dem Hinflug, weshalb wir sofort in den Bus stiegen. Es funktionierte alles, wie es sollte, weshalb wir schon bald alle wohlbehalten und reicher an Erfahrungen nach Stuttgart zurückkehrten.

Alles in allem war es ein großartiger Schüleraustausch, da man in La Réunion Kultur kennenlernt, die man sich hier nur schwer vorstellen kann und wir dort auch viele neue Kontakte geknüpft haben. Außerdem ist es eine sehr angenehme Abwechslung zum Schulalltag, den wir natürlich trotzdem „sehr vermisst haben“. Dieser Austausch ist lohnend und sehr für alle jüngeren Schüler zu empfehlen, die diese außergewöhnliche Chance nutzen sollten.

Von Helene Bochert

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