Kultur

Das WG bietet jedes Schuljahr ein reichhaltiges kulturelles Angebot. Hier finden Sie Informationen zu den vergangenen und aktuellen Veranstaltungen.

Die RAF und der Deutsche Herbst

Hans Nusser, damals Direktor der Justizvollzugsanstalt Stuttgart-Stammheim, zu Gast am WG

Wer heutzutage an Terrorismus denkt, dem kommt sofort der islamistische Terror und rechtsextremistischer Terror der NSU in den Sinn. Doch vor 40 Jahren hielten linksextremistische Terroristen Deutschland in Atem. Der Tod der ersten Führungsriege der RAF im Gefängnis Stuttgart-Stammheim wirft auch heute noch Fragen auf. Um uns einen Einblick in das Geschehene zu ermöglichen, besuchte uns Hans Nusser, der damalige Direktor der Justizvollzugsanstalt Stuttgart-Stammheim, am 25. Oktober 2017. Da sich vor wenigen Tagen die Todesnacht von Stammheim zum vierzigsten Mal jährte und die heutige Gesellschaft stark von Terror geprägt ist, wurde der 9., 10. und der gesamten Kursstufe die historische Geschichte des Terrors nähergebracht.

Hans Nusser erlebte das Kriegsende im Alter von 10 Jahren, doch die Generation die den Krieg nicht erlebt hatte, tat sich schwer damit, dass die vorherige Generation auf Verdrängung und nicht auf Aufarbeitung der NS-Zeit und ihrer Folgen setzte. Es gab einige, die an der Regierung Kritik übten, am Vietnamkrieg oder am Sexualstrafrecht. Diese Kritikpunkte hatten nach Nusser meist Hand und Fuß. Doch er sagte, aus seiner Sicht gab es damals Reformbedarf und keinen Revolutionsbedarf, da die breite Masse weitgehen zufrieden war. Viele Studenten setzten sich für Veränderungen ein, weshalb, nach Nusser, zu dieser Zeit kaum ein normaler Universitätsunterricht möglich war. Die Lage war aufgeladen, es brauchte nicht viel für eine Eskalation. Und dies geschah, als am 2. Juni 1967 ein Student bei den Protestaufmärschen gegen den Besuches des Schahs von Persien von einem Polizisten erschossen wurde. Ein Teil der Protestierenden radikalisierte sich daraufhin und es bildete sich die RAF, die Rote Armee Fraktion, um Andreas Baader, Gudrun Ensslin, Ulrike Meinhof und einige andere. Sie verübten einige schwerwiegende Straftaten und waren immer bewaffnet. Auch verübten sie einige Bombenanschläge, bis ein Teil im Juni 1972 verhaftet und in die JVA Stammheim überstellt wurden. In Stammheim saßen schlussendlich Baader, Ensslin, Meinhof und Jan-Carl Raspe. Nusser erzählte, dass er persönlichen Kontakt zu den Gefangenen hatte, hauptsächlich zu Baader und Raspe, wobei Baader der Sprecher der Gruppe in Stammheim war. Er war laut Nusser ein „Tyrann“ und ein „Kotzbrocken“, der nicht nur die Beamten, sondern auch die eigenen Genossen tyrannisierte. Auch Nusser und seine Familie wurden des Öfteren bedroht und beleidigt. Raspe wurde von Hans Nusser eher als vernünftig eingeschätzt, doch sobald Baader bei ihm war, beleidigte auch er und man konnte nicht mehr vernünftig mit ihm reden.  

Die vier Gefangenen hatten wichtige und mächtige Verbündete, unter anderem Teile der Presse, Sympathisanten (auch aus dem Ausland) und ihre Anwälte, die nicht selten zu Mittätern wurden. Das Hauptkampfmittel der Häftlinge war der Hungerstreik. Einer von ihnen wurde zum Märtyrer; er hungerte sich zu Tode. Am 9. Mai 1976 erhängte sich Ulrike Meinhof aufgrund von Isolation und Mobbing von den anderen Mitgefangenen der RAF.

Nach mehreren missglückten Befreiungsversuchen wurden die drei Verbliebenen am 18. Oktober 1977 in ihren Zellen tot aufgefunden: Baader und Raspe hatten sich erschossen und Ensslin hatte sich erhängt. Dies erfuhr Hans Nusser am Frühstückstisch und er wurde beinahe sofort zur Staatsanwaltschaft versetzt, um eine unvoreingenommene Aufklärung ohne ihn zu ermöglichen.

Einer der missglückten Befreiungsversuche war die Schleyer-Entführung. Bei dieser kamen Polizisten um, die Nusser, aufgrund des Polizeischutzes, den er und seine Familie bekamen, persönlich gekannt hatte. Er erzählte, es habe ihn und seine Familie sehr getroffen, da die Polizisten mit seiner Tochter kurze Zeit zuvor Geburtstag gefeiert hatten. Es schien ihn mehr mitgenommen zu haben, als er sagte.

Nusser hatte seine Erzählung immer wieder mit Zitaten gespickt, wodurch man einen Blick auf die damalige Denkweise erhaschen konnte. Durch die Fragen am Ende des Vortrags konnte man nochmals genauer erahnen, wie er mit all dem Erlebten zurechtgekommen war. Leider hatte der Vortrag etwas beschleunigt werden müssen, da nur eineinhalb Stunden Zeit waren. Dennoch war es sehr interessant und informativ, was wohl auch an der lebhaften Erzählweise von Hans Nusser gelegen hat. Vielen Dank an Herr Nusser, dass er sich hierfür Zeit nahm und jede Frage bereitwillig beantwortete.

von Pauline Scheiffele, Jahrgangsstufe 2

Besuch eines Zeitzeugen - Peter Pfeifle, WG-Schüler 1945

tl_files/Schulaktivitaeten/Kultur/SJ 16-17/Zeitzeugenbesuch Pfeiffele/IMG_7859.jpgAm 30. Juni 2017 bekamen wir, die Klassenstufen 9 und J1, Besuch von einem ganz besonderen Ex-WG-Schüler: Peter Pfeifle, der den 2.Weltkrieg und die Nachkriegszeit hautnah miterlebt hat. Da diese beiden Themen vor allem in den 9. Klassen sehr ausführlich  im Geschichtsunterricht behandelt wurden, waren Herrn Pfeifles Berichte aus seiner Kindheit und Jugend sehr spannend und bereichernd für uns.

Er erzählte zum Beispiel von seinen schlimmen Erfahrungen mit Bombenangriffen auf Stuttgart und als sogenanntes „Bombenkind“ oder wie es im Krieg in Sonnenberg, seinem Heimatort, aussah. Aber er verknüpfte die Geschichten vom Krieg auch immer wieder mit Erzählungen aus seinem Schulleben auf dem Wilhelms-Gymnasium, sodass wir  WGler uns sehr gut in seine Geschichten hineinversetzen konnten. Nach seiner Rede durften wir noch Fragen stellen, die wir teilweise vorher im Unterricht ausgearbeitet hatten und die er uns ausführlich beantwortete. Am Schluss schärfte er uns ein, dass Krieg durch NICHTS zu rechtfertigen sei und dass wir es nicht als Selbstverständlichkeit sehen dürften, wie wir heute leben. Insgesamt war es sehr interessant, einen Zeugen aus der Zeit zu treffen, über die man vorher so viel gelernt hatte und wir danken Herrn Pfeifle vielmals für seine Bereitschaft, seine Geschichten mit uns zu teilen.

Alina Goldbeck

 

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WG bewegt…auf musische ART

Am 14.3.2017 fand der 2. WG bewegt-Abend in diesem Schuljahr statt und bot den zahlreich erschienenen Zuschauern, in der vollbelegten Mensa,  Begegnungen musischer ART… in einem Kulturbeutel. Dieser Kulturbeutel war gefüllt mit Musik, Kunst und Literatur. Es begegneten sich der Auftritt der neugegründeten Acapella AG mit den Einzelmusikbeiträgen an der Harfe (Amilia Eckhardt, 8a), der Band der 6d mit der Süßen Träumerei von Tschaikowski, interpretiert am Klavier von Alea Cufaj, 9a.

Nach diesem musischen Einstieg, folgten Lesungen des Literaturkurs J1, der einen kreativen und phantasievollen Umgang mit der deutschen Sprache in Form von Begegnungen, Parabeln, Spaziergängen und Gedichten präsentierte.

Die anschließende Modenschau mit Haarteilen und Kopfbedeckungen aus Papier, vorgeführt von der 9b, zeigte abermals die Kreativität unserer Schüler und könnte mit der aktuellen Mode auf den Laufstegs dieser Welt durchaus mithalten.

Eine weitere Begegnung fand nun im Schulhaus statt: In drei hergerichteten Klassenräumen konnte man Skulpturen aus Gips der J1, Stop-Motion-Filme der Klasse 7/8,  Skizzenbücher (10b, J1)und Texte der Klassen 6a, 7d, 8a, 9b und J1, bewundern.

Bei so viel Kultur für die Augen und Ohren, darf natürlich das leibliche Wohl nicht fehlen und das Buffet sowie die Getränkebar luden zur Stärkung, aber auch zur Begegnung zwischen Eltern, Lehrern und unseren Künstlern ein.

Im dritten Teil des Abends erlebten wir die Tiermasken Performance mit einem selbstgeschriebenen Stück der Klasse 6a und b, sowie Slam Poetry Texten der Klasse 9b und J1.

Den Abschluss bildeten gefühlvolle, zum Träumen anregende Musikbeiträge von Arwin Mirzaie, Victoria Mezger und Lara Kuhn.

Just the way your are-Just a dream sang die Acapella AG und rundete damit das Programm ab.

Es war ein bewegter Abend, voller junger Talente der musischen ART.

Wir möchten uns an dieser Stelle ganz herzlich bei allen Akteuren und Helfern des Abends bedanken, ganz besonders bei der WG bewegt-Gruppe des Ideen-Forums und den KollegInnen, die viel Zeit, Motivation und Kreativität in das Gelingen dieses Abends gelegt haben …..an den man gerne zurückdenken wird.

 

WG BewegtWG BewegtWG BewegtWG BewegtWG BewegtWG BewegtWG BewegtWG BewegtWG BewegtWG BewegtWG BewegtWG BewegtWG BewegtWG BewegtWG BewegtWG BewegtWG BewegtWG BewegtWG BewegtWG Bewegt

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Theater-Chor-Wochenende 2017

Theater-Chor-Wochenende 2017
Vom 9. bis zum 11. März fand das diesjährige Theater-Chor-Wochenende in Bad Urach statt. Bereits auf der Fahrt mit dem Bus, war die Stimmung super und wir haben voller Vorfreude auf das Wochenende schon die ganze Fahrt lang gesungen. In Bad Urach haben wir uns alle besser kennengelernt und sind zu einer großen Gemeinschaft geworden, die die Begeisterung für die wunderschöne Musik unseres Musicals teilt. In intensiven Chor- und Theaterproben haben wir uns sowohl schauspielerisch als auch musikalisch extrem gesteigert und unseren Stücken dann durch Einzelgesangstraining und Stimmbildung den letzten Schliff verpasst. Durch das gemeinsame Essen, eine schöne Wanderung zum Uracher Wasserfall und den gemeinschaftlichen Aktionen hatten wir alle sehr viel Spaß und wir freuen uns schon auf die weiteren Proben und dann vor allem auf die Aufführung unseres Projektes.
Victoria Mezger

Sommerkonzert 2016

Das WG macht Musik!

Circa 130 Mitwirkende, Musik von Bach bis zum Cup-Song, alle Musik-AGs im Einsatz und ein begeistertes Publikum, das sind nur ein paar Details zum vergangenen Schulkonzert.

Der Ausbruch aus dem Einheits-Rot hin zur bunten Vielfalt war das Thema des bewegenden Musicals „Rotasia“, das der Unterstufenchor mitreißend auf die Bühne gebracht hat. Dies konnte aber auch als Motto für den Abend gelten, denn die unterschiedlichen AGs zeigten die ganze bunte Vielfalt des musikalischen Lebens am WG. Dazu gehören die Streicherklassen 5 und 6 und unser neu gegründete  Streicherensemble „Orchestra in spe“, die den Abend feierlich und mit konzentriertem musikalischem Zusammenspiel  eröffneten. Anschließend zeigte der Chor des Wilhelms-Gymnasiums mit rhythmisch anspruchsvollen  aber auch mit nachdenklichen  Songs wie „Mad World“ sein vokales Können.  Mit Jazz-Rock vom Feinsten von „Earth, Wind and Fire“ riss die Jazzband das Publikum vom ersten Stück an mit. Und nicht zu vergessen, auch die Technik-AG trug mit ihrem Einsatz wesentlich zum Gelingen des Abends bei.

An alle Mitwirkenden ein riesen Kompliment und Dank für den tollen Musikabend. Da kann man sich auf die nächsten Projekte im neuen Schuljahr schon freuen.

Sommerkonzert 2016

Sommerkonzert 2016

Theater-Chor-Wochenende

Vom 4. bis zum 6. März fand das Theaterwochenende in Kirchheim unter Teck statt. Das Projekt beschäftigt sich mit der Flüchtlingsthematik und soll zum Nachdenken anregen. Es wurde viel ausprobiert, geprobt, zusammen gekocht und gegessen. Gemeinsam mit dem Chor ist in dieser kurzen Zeit viel entstanden und  das Wochenende hat allen viel Spaß gemacht.

tl_files/Schulaktivitaeten/Kultur/SJ 15-16/Theater-Chor-Wochenende/2016 03 06 TheaterWOE 024.jpg tl_files/Schulaktivitaeten/Kultur/SJ 15-16/Theater-Chor-Wochenende/2016 03 06 TheaterWOE 027.jpg tl_files/Schulaktivitaeten/Kultur/SJ 15-16/Theater-Chor-Wochenende/2016 03 06 TheaterWOE 060.jpg tl_files/Schulaktivitaeten/Kultur/SJ 15-16/Theater-Chor-Wochenende/2016 03 06 TheaterWOE 106.jpg tl_files/Schulaktivitaeten/Kultur/SJ 15-16/Theater-Chor-Wochenende/2016 03 06 TheaterWOE 164.jpg

Weihnachtskonzert 2013

Am 19.12.2013 um 19:30 fand in der Versöhungskirche Degerloch das alljährliche Weihnachtskonzert statt.

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Autorenlesung

Die Autorin Johanna Henkel-Waidhofer war zu Besuch am WG

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Autumn Strings

Autumn Strings ist ein Musik Projekt des Lehrers Herrn Reis.

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