Eine Musikalische Weihnachtsreise

Am Donnerstag, den 16.12.2010, fand unser Weihnachtskonzert in der Versöhnungskirche statt.

Unten finden Sie einige Impressionen der Vorbereitung wie auch der Durchführung sowie den Bericht des "Blick vom Fernsehturm".

Schüler gehen auf eine musikalische Weihnachtsreise

Ein Bericht aus dem "Blick vom Fernsehturm," Montag 20.12.2010

Degerloch. Das Wilhelms-Gymnasium gibt sein Weihnachtskonzert in der Versöhnungskirche. Von Matin Berklau

Hinten, in der Kulisse, war eine Schmähung dieses ganzen Weihnachtsrummels zu entziffern: "Fuck Christmas!". Aber das hatte dramaturgische Gründe für das Musical. Nicht einen Moment kam am Donnerstag beim Weihnachtskonzert des Wilhelms-Gymnasiums in der Degerlocher Versöhnungskirche der Verdacht auf, da wäre nicht viel Spaß, eine Menge Freude und ganze Begeisterung dabei.

Auch wenn das WG nicht unbedingt musisch ausgerichtet ist, so zeigt das Degerlocher Gymnasium doch Profil. Zum Beispiel mit diesem Faible für den Jazz. Völlig klar deshalb, dass die WG-Junior-Jazzband mit "White Christmas" von Tito Puente den swingenden Auftakt gab. Die roten Weihnachtsmann-Zipfelmützen, mit denen der Nachwuchs auftrat, sollten im Laufe des Abends noch als eine Art "Running Gag" weitergereicht werden. Geleitet wird die Band übrigens von Oberstufen-Schülern: Jonas Kiefer, Stefanie Ufrecht und Tina Weischedel.

Mit einem Spiritual stellte sich dann der diesjährige Schüler-Eltern-Lehrerchor vor, der anschließend zwei Sätze aus Duke Ellingtons "Sacred Concert" sang. Obwohl zwei Dirigenten gleichzeitig am Werk waren, harmonierte der Chor ganz ausgezeichnet mit der Jazz-Band.

Unter dem Motto "Folget den Tönen, folget dem Klang!" schloss sich das Hauptstück des Abends an, das die Sechstklässler mit Diana Bayer erarbeitet hatten, gemeinsam mit dem Fünftklässler-Chor unter der Leitung von Veronika Schlag: das Weihnachtsmusical "Ein Kind und ein König" von Uli Führe.

Neben dem schönen Spiel mit allerhand lokalen Anspielungen sorgte eine herausragend professionelle Licht- und Videoregie für Aufsehen, die sich eine Gruppe um Michael Reich hatte einfallen lassen. Auch bei den anderen Nummern zauberte diese Gruppe eine ganz besondere Atmosphäre, wofür sie sich einen besonderen Anteil am langen Applaus zuschreiben durfte.

Im "Wilhelmsquartett" hatte Musiklehrer und Cellist Wolfgang Reiß drei junge Streicherinnen für ein Arrangement von drei deutschen Weihnachtsliedern versammelt, während sich danach - wieder mit den Zipfelmützen auf dem Kopf - die Streicher der sechsten Klassen dem amerikanischen Liedgut zuwandten, also zum Beispiel den "Jingle Bells". Die Streicherstücke waren sehr gewissenhaft einstudiert und heimsten für ihren lebendig engagierten Klang auch jede Menge Beifall ein. Ähnlich viel Zuspruch bekam auch Juliane Maurer für ihr Sopran-Solo "Santa Claus is Coming to Town", am E-Piano besonders schön begleitet von Burkard Miller, dem auch die musikalische Gesamtleitung oblag.

Von Amerika ging es danach musikalisch wieder zurück nach Europa mit zwei Sonatinen-Sätzen des französischen Frühromantikers François-Joseph Naderman, die Florian Wilhelm aus der achten Klasse ganz brillant und auswendig auf der Harfe spielte - ein herausragendes Talent. Nicht nur seine Zupftechnik machte staunen, sondern auch der Klangsinn und die ungemein reife Gestaltungkraft des jungen Harfenisten.

Krönender Abschluss des schönen Konzerts war das "Hallelujah" aus Georg Friedrich Händels Messias, das Burkard Miller mit dem gemischten Chor einstudiert hatte, begleitet von Wolfgang Reiß. Im sonst insgesamt ganz stark besetzten Ensemble musste sich ein einziger Tenor bravourös alleine schlagen.

Gewissermaßen als Zugabe konnte sich schließlich auch noch das Publikum beteiligen. Für den achtstimmigen englischen Weihnachts-Kanon "All Praise to Thee" hatten sich Sängergruppen quer über den gut besetzten Kirchenraum verteilt. Und trotz der anfänglichen Skepsis des Dirigenten konnte sich das Klangergebnis doch sehr gut hören lassen. Wie das ganze Konzert.