Zeitungsprojekt

Hier ein Artikel zum Chef vom Dienst der Stuttgarter Zeitung:

Der Chef vom Dienst - Wir erleben ihn hautnah am WG

Heißt es eigentlich El oder Al Baradei? 2 Artikel, 2 verschiedene Schreibweisen – Die Leser sind verwirrt: Pannen passieren! Mit solchen und ähnlichen Auseinandersetzungen im Journalismus beschäftigt sich der Chef vom Dienst (CvD), Herr Schmidt, der Stuttgarter Zeitung, täglich. Der CvD besuchte die Klasse 9c des Wilhelms – Gymnasiums am Mittwoch, dem 02.02.11,  um den Schülern und Schülerinnen einen Einblick in das Leben in der Redaktion zu geben. Momentan hat die Klasse ein Zeitungsprojekt; ein Projekt, bei dem sie drei Wochen die Stuttgarter Zeitung zugestellt bekommt und sich während dieser Zeitspanne mit den aktuellen Themen der Politik, Wirtschaft… und dem Aufbau der Zeitung befasst.

Herr Schmidt erzählte wie er zum Journalist und später dann auch zum CvD geworden ist: Nachdem er am Karlsgymnasium sein Abitur absolviert hatte, studierte er Mittelalterlich und neue Geschichte, Politikwissenschaft und Wirtschaftswissenschaft in Passau. Nebenbei, jobbte er bei einer Redaktion. Als er sein Studium dann in der Tasche hatte, war er fünf Jahre bei der Deutschen Presse Agentur (dpa), welches die größte Agentur in ganz Deutschland ist. Nachdem er sein Studium in der Tasche hatte, arbeitete er zuerst 5 Jahre bei der Stuttgarter Zeitung. Anfangs schrieb er 5 Jahre lang Artikel im Sportteil, doch Schritt für Schritt kamen dann auch andere Gebiete hinzu, wie zum Beispiel „Die Dritte Seite“. Nun gestaltet er das Titelblatt, zusammen mit 4 anderen Kollegen – und dies mittlerweile schon seit 4 Jahren. Vor 1 ½ wurde er dann „Chef vom Dienst“, kurz genannt: CvD. Sein Job ist es, Leserbriefe zu beantworten, sich darum zu kümmern, dass die Artikel rechtzeitig bei der Druckerei abgegeben werden (bestimmte Uhrzeit) und sich generell um die ganze Organisation sorgt. Gehen Computer kaputt, ist es seine Aufgabe, diese wieder zu reparieren oder gar neue zu kaufen. Außerdem muss er darauf achten, wie viel Geld, jedes Ressort zur Verfügung hat.

Herr Schmidt berichtet unter anderem, dass die Stuttgarter Zeitung Lesekonferenzen veranstaltet. Sie laden Leser und Leserinnen der StZ ein, welche ihnen dann Feedback geben. Sie sagen, was ihnen gefällt bzw. nicht gefällt und geben unter anderem Verbesserungsvorschläge. Herr Schmidt beurteilt dies als „sehr gut“, da es für sie wichtig sei, Anregungen und Feedback zu bekommen. Nach diesem Vortrag, bei dem die gesamte Klasse gebannt und interessiert zuhörte, hatten viele Schüler noch einige Fragen:

Jovana Ritan: Was war für Sie bis jetzt ihr interessantestes bzw. aufregendste Erlebnis?

Herr Schmidt: Puh…Also aufregend war für mich, gleich nach der Attentat auf die World Trade Center, am 11.September 2001 nach New York fliegen zu dürfen und betroffene Personen zu interviewen. Außerdem war es interessant nach Australien zu den Olympischen Spielen zu reisen und dort all die Athleten zu befragen.

Marleen Heim: Was passiert wenn eine wichtige Information erst abends um 22.30 eintrifft und die Zeitung aber schon längst in der Druckerei ist?

Herr Schmidt: Dann wird die Information noch schnell hinzugefügt! Es kann sein, dass wenn man eine Zeitung am Kiosk in der Stadt kauft, eine völlig andere Titelseite hat, als die Titelseite Der Stuttgarter Zeitung in Degerloch.

Paul Hess: Wie ist der geregelter Tagesablauf eines Journalisten?

Herr Schmidt: Um 10.00 gibt es eine Besprechung bei dem sich alle Reporter treffen und die Themen der morgigen Zeitung besprechen. Der Redaktionschef vergibt Themen an Journalisten, die dann unter anderem die Redaktion verlassen um Informationen für ihren Bericht zu sammeln. Danach kehren sie zurück und fangen an ihrem Artikel zu schreiben.

Lena Raab: Wie versuchen Sie es, junge Leute auf die Stuttgarter Zeitung aufmerksam zu machen?

Herr Schmidt: Die Stuttgarter Zeitung hat eine Seite auf Facebook, die ebenfalls mit aktuellen Themen ausgestattet ist.

Sandra Maier: Woher haben Sie die Informationen aus dem Ausland?

Herr Schmidt: Wir haben Korrespondenten vor Ort, die sie uns per E-Mail zukommen lassen.

Alice Preuß: Was machen Sie, wenn wie jetzt zur Zeit in Ägypten das Internet abgestellt ist und Ihnen die Korrespondenten nicht mitteilen können was aktuell passiert ist?

Herr Schmidt: Wir finden meistens einen Weg uns mit dem Korrespondenten in Verbindung zu setzen. In diesem Fall, in Ägypten hatte unser Korrespondent, Gott sei Dank, ein Satellitenhandy gehabt und konnte uns so per Handy alles erzählen.

Herr Schmidts Besuch war für uns alle sehr spannend, interessant und unterhaltsam. Wir haben, dank dem CvD, einen Eindruck in das hektische Leben eines Journalisten werfen können.